Betr.: Teileinsturz und folgender Komplettabriss des Hauses Bernhard-Nocht-Straße 85/87
Am vergangenen Freitag gegen 08:45 Uhr ist im Zuge von Bauarbeiten in der Bernhard-Nocht-Straße das Gebäude Hausnummer 85/87 in Teilen eingestürzt und in die angrenzende Baugrube gerutscht. Am selben und am darauffolgenden Tag kam es in mehreren Schritten zum kompletten Abriss dieses historischen Gebäudes aus der Gründerzeit...
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2.Gab es eine Abrissgenehmigung für die Abrissarbeiten am Abend des 17.02.?
Nein.
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SOS St.Pauli - Kompletter Abriss denkmalgeschütztes Haus Bernhard Nocht Str. Hamburg am 18.2.2012 from utopieTV on Vimeo.
„Leseteage selber machen – Vattenfall Tschüss sagen“ geht in die 2. RundeAm 19. April 2012 ist es wieder so weit.
Dann startet zum zweiten Mal Hamburgs vattenfall-kritisches Lesefestival.
Und wir möchten alle einladen, sich daran zu beteiligen.Im April 2011 haben wir erstmals ein „Lesefestival von unten“ organisiert. Parallel zu den Lesetagen des Energiekonzerns Vattenfall gab es „Lesetage selber machen - Vattenfall Tschüss sagen“. Über die Stadt verteilt in Hallen und kleinen Räumen, ob im Stadtteilzentrum oder Café, in Kirche, Kneipe oder Theater, auf Barkasse oder Deichwiese, an insgesamt 40 Orten haben Literaturbegeisterte gelesen, gelauscht und diskutiert. Kulturschaffende und Aktive aus Klima- und Umweltschutz, Gewerkschafter_innen und Unternehmer_innen haben insgesamt 60 literarische Veranstaltungen organisiert und gemeinsam mit dem Publikum ein kräftiges Lesezeichen gesetzt.
Und warum das Ganze?
Immer mehr Menschen lehnen es ab, den Energieriesen Vattenfall als Kultursponsor zu akzeptieren und verstehen die „Vattenfall Lesetage“ als Provokation.
„Lesetage selber machen - Vattenfall Tschüss sagen“ hat sich zum Ziel gesetzt, für die freie Sicht auf das Kerngeschäft des Klimakillers und Atommüllproduzenten zu sorgen. Denn die versucht Vattenfall mit seinem Kultur- und sonstigen Sponsoring zu verstellen.
Wir werben für die Idee, kulturelles und umweltpolitisches Engagement nicht voneinander zu trennen, sondern miteinander zu verbinden. Und wir probieren aus, wie das gehen kann.
„Lesetage selber machen - Vattenfall Tschüss sagen“ setzt auf dezentrale Strukturen, und zwar sowohl für das Lesefestival, als auch für die Energieversorgung. Wir setzen nicht auf fossile, sondern auf erneuerbare Energiequellen. Wir setzen nicht auf Großprojekte, sondern auf die Fähigkeit aller, Kultur zu schaffen. Und in diesem Sinne möchten wir dazu anregen, Vattenfall auf beiden Ebenen Tschüss zu sagen, als Kultursponsor und als Energielieferant.
Im kommenden April haben die Menschen in Hamburg zum zweiten Mal die Wahl zwischen „Lesetage selber machen - Vattenfall Tschüss sagen“ und den „Vattenfall Lesetagen“.
Noch ist der Energieriese in Hamburg; und solange das so ist, wird es unser vattenfall-kritisches Lesefestival geben, im kommenden Jahr vom 19. - 26. April.
Ob Literatin oder Lehrer, Schülerpoetin oder Staatsschauspieler, ob Eichhörnchen fürs Klima oder Einwendungsschreiber, ob Leseorte wie Kaffeeklappe, Kino, Bunker oder Buchladen, über Eure Anregungen und Kooperationsangebote freut sich und verbleibt mit sonnigem Grußdas Organisations-Team von „Lesetage selber machen – Vattenfall Tschüss sagen“.www.lesetage-selber-machen.deV.i.S.d.P.: Hartmut Ring, GEW Hamburg
via Mail
Sehr geehrte Damen und Herren,
als Vertreterin der Initiative zur Rettung des Hundertwasser-Cafés und ehemalige Betreiberin des Hundertwasser-Restaurants Stadtcafé-Ottensen schreibe ich Ihnen und bitte um Ihre Unterstützung.Morgen, Mittwoch, den 9.11.2011 um 19:00 Uhr, soll es eine öffentliche
Anhörung geben über den Abriss und die Umgestaltung der Behringstraße
42 – 44:
http://www.elbe-wochenblatt.de/ottensen/lokales/66-wohnungen-um-ein-neues-alt...
Die Initiative zur Rettung des Hundertwasser-Cafés führte erfolgreich ein Bürgerbegehren durch. Eigentlich hätte sie damit Anspruch auf einen Bürgerentscheid gehabt, doch es traten ausnahmslos alle Fraktionen dem Bürgerbegehren bei. Nun aber wollen sich die AltonaerMit freundlichen Grüßen
Bürgerbegehren "Rettet das Kunstobjekt Hundertwasser-Café"
Trotzdem frage ich: Für wie dumm wollen Senatorinnen wie Frau Blankau denn die Bürger noch verkaufen? Evokation heißt das Zauberwort und bedeutet nichts anderes als: "Tue (freiwillig), was ich will, ansonsten muss ich Dich zwingen." Das klingt nicht so schlimm, und wahrscheinlich weiß sowieso kaum ein Bürger, was dieses Wort bedeutet, wird sich die Senatorin wohl denken. Doch mit "Evokation" werden
Bürgerbegehren außer Kraft gesetzt, und so etwas versteht die Senatorin dann auch noch unter Bürgerbeteiligung. Am Ende Ihres Artikels wird die Senatorin noch zitiert mit: "Langfristig müsse der Bürger in Kauf nehmen, dass Individualinteressen im Verhältnis zum Gemeinwohl nachrangig sind." Oben in dem Artikel heißt es aber unter "Café und Wohnungen": "... Doch der Bürgerwille forderte einen Erhalt des beliebten Cafés. ..." Des beliebten Cafés! Hier werden doch klar die "Interessen“ vertauscht: Zum Gemeinwohl gehört doch eindeutig die Existenz des Kunstwerks und Hundertwasser-Restaurants, und hingegen zum Individualinteresse das Profitstreben der Wohnbau AG aus Bonn und deren Immobilienhaie bzw. –handlanger. Die Immobilienhändler Karl-Dieter Broks und Helmut Köhler & Andreas von Bargen kauften der Stadt Hamburg das Grundstück aufgrund des langfristigen Mietvertrags mit den Café-Betreibern für ca. schlappe € 1.200.000 ab, kündigten den langfristigen Mietvertrag der Stadt Hamburg mit dem Café-Betreiber
aufgrund von Schriftformfehlern, und verkauften dann flugs das Grundstück an die Bonner Wohnbau AG für ca.€ 5.500.000 weiter. Über € 4.000.000 Profit für Immobilienhaie, nur durch Kündigung eines unbequem langen Mietvertrags? Versteht das die Senatorin unter Gemeinwohl? Und sollen über 6.000 Unterschriften von Bürgern für den Erhalt des Hundertwasser-Kunstwerks Stadtcafé Ottensen dagegen das Individualinteresse sein?
Und noch so ein Zauberwort gibt es seit Neuestem: Gentrifizierung!ursprünglich preisgünstiger Stadtviertel, in denen Immobilien zunehmend von wohlhabenderen Eigentümern und Mietern belegt und baulich aufgewertet werden und in denen in diesem Zuge Gruppen mit einem niedrigeren Sozialstatus ersetzt oder verdrängt werden. Man könnte es auch anders sagen: Wir nehmen Euch Euren gewachsenen Stadtteil weg, liebe Bürger, nachdem Ihr ihn so lebenswert und kulturell wertvoll gemacht habt, und wenn Ihr nicht freiwillig aus- und wegzieht, dann folgt die Evokation, der Rausschmiss. Schließlich steht das Gemeinwohl und Interesse der Bauherren vor den Individualinteressen!
via Mail, leicht editiertEinladung zum Vernetzungstreffen Heute, Montag 24. Januar, um 18:00 Uhr im Centro Sociale, Sternstraße 2
Es ist genug für Alle da! - Öffentliches Auftischen für Alle - statt Matthiae-Mahl im Rathaus Selten wird in Hamburg die gesellschaftliche Spaltung in Oben und Unten so plastisch demonstriert wie beim Hamburger Matthiae-Mahl - dem ältesten noch praktizierten Festmahl der Welt.
Seit 1356, bitten die Stadtoberen zu diesem Anlass ihre einflussreichen Ehrengäste aus Wirtschaft, Politik und anderen gewichtigen Kreisen zu Tisch.
Am 18. Februar 2011 wird das ausladende Festmahl, wie jedes Jahr rund 100.000 Euro verschlingen.
Eigentlich war das diesjährige Matthiae-Mahl für den 25. Februar vorgesehen. Noch-Bürgermeister Ahlhaus wollte sich aber diesen prestigeträchtigen Festakt offensichtlich nicht entgehen lassen und hat den Termin einfach zwei Tage vor die Wahl gelegt. Im Haushalt der Stadt wird wie noch nie an allen Ecken und Enden gespart und im sozialen Bereich gekürzt. In Hamburg werden Menschen aus ihren Stadtteilen, Wohnungen und von der Straße ins (N)Irgendwo vertrieben. 1,3 Mio. Quadratmeter Büroleerstand stehen einem eklatanten Mangel an sozialen Wohnraum gegenüber. Für Obdachlose bleibt bei Minusgraden im Zweifelsfall gerade Mal ein zugiger Kellerbunker übrig. Ausgrenzung ist an der Tagesordnung. Trotz dieser Realität zelebriert der Senat ungerührt sein Gala-Dinner mit einem 4-Gänge-Haute-Cuisine-Menue für rund 40.000 Euro. Allein die Blumenbouquets kosten 5000 Euro und werden zusammen mit Pokalen, Schüsseln und Tafelaufsätzen aus dem Hamburger Silberschatz auf die
Tische drapiert. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit inszeniert hier ein kleiner elitärer Kreis rücksichtslos, einen herrschaftlichen Standart, der mit dem überwiegenden Rest der Bevölkerung nichts zu tun hat. Gerechte Verteilung geht anders. Wenn also die Erlauchten ihre Dekadenz unter Ausschluss der Öffentlichkeit feiern wollen, feiern wir in der Öffentlichkeit bei Lauchsuppe unter Ausschluss der Dekadenz. Alle, die beim Matthiae-Mahl draussen bleiben müssen, bitten zu Tisch. Die einen bringen Essen, die anderen einen Stuhl, einen Topf, ihre Musik oder Geschichten oder Klamotten, oder einfach nur Hunger mit - schließlich ist genug für Alle da! Und am besten feiert es sich an einem Ort, der sowieso für Alle da sein sollte – z.B. im Realmarkt auf St. Pauli. Kann ein öffentliches Auftischen oder eine alternative Aktion in wenigen Wochen umgesetzt werden? Und kann sich dafür ein breites
Bündnis zusammenfinden? Das überlegen wir heute Abend um 18:00 Uhr im Centro Sociale.
via Mail
Pressemitteilung vom 17.12.2010
Gängeviertel-Genossenschaft gegründet
Ab sofort können alle Hamburger aktiv das Viertel unterstützen Die Initiative „Komm in die Gänge“ hat die Genossenschaft
„Gängeviertel eG“ zur Bewahrung des historischen Viertels gegründet,
um den Erhalt des Gängeviertels auch unabhängig von politischen
Veränderungen für die Zukunft zu sichern. Ab sofort sind alle Menschen
insbesondere aus Hamburg dazu eingeladen, als investierendes Mitglied
der Genossenschaft beizutreten und die Initiative „Komm in die Gänge“
bzw. die neu gegründete „Gängeviertel eG“ zu unterstützen.
Genossenschaftsanteile kosten 500 Euro zzgl. einmalig 50 Euro
„Eintrittsgeld“. Interessenten können eine Mail an
genossenschaft@das-gaengeviertel.info schreiben oder sich schriftlich
an Gängeviertel eG, Valentinskamp 39, 20355 Hamburg wenden und
erhalten dann weitere Informationen. Die Genossenschafts-Gründung ist ein entscheidender Schritt zur
Bewahrung des Viertels als lebendigen und öffentlichen Ort für Kultur,
Leben und Arbeiten. Zudem steht ein Planungsbüro der Initiative
bereit, um die anfallenden Planungs- und Baumaßnahmen insbesondere
unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes durchzuführen, damit die
zwölf Häuser für die Menschen dieser Stadt und als historisches Erbe
Hamburgs erhalten werden. Neben dem Verein „Gängeviertel e.V.“ wurden
somit weitere tragfähige Strukturen geschaffen, um die Zukunft des
Viertels zu sichern. Das Zukunftskonzept der Initiative sieht vor, dass im Gängeviertel
sozialverträglicher Wohn- und Arbeitsraum entsteht und langfristig
erhalten bleibt, sowie dass große Teile des Viertels als
soziokulturelle Flächen von daran Interessierten genutzt werden
können. Die Umsetzung dieses Konzepts darf nicht alleine der
Stadtverwaltung überlassen werden, sondern muss von den Aktiven vor
Ort gelebt und von den Menschen in der Stadt mit getragen werden. Es
darf nie vergessen werden: Ohne die Initiative „Komm in die Gänge“ und
der herzlichen Unterstützung und Hilfsbereitschaft von tausenden
Hamburgern wären die Gebäude von der Stadt an einen ausländischen
Investor verkauft und längst abgerissen worden.
Hamburg, den 5.12.2010: Ein Platz für Bauwagen in Wilhelmsburg
„Hamburg ist reif für die Insel“ war das Motto der Zukunftskonferenz Wilhelmsburg und bei den jährlichen Spreehafenfesten haben wir WilhelmsburgerInnen die Menschen nördlich der Elbe ausdrücklich zum „Sprung über die Elbe“ aufgerufen.
Viele Menschen sind dem Ruf zum Sprung über die Elbe gefolgt, heute leben wieder - wie vor der Flut - über 50.000 Menschen auf der Elbinsel Wilhelmsburg, 4000 mehr als noch im Jahr 2000. Wilhelmsburg ist der wachsende Stadtteil Hamburgs mit neun Prozent mehr Menschen in den letzten 10 Jahren, in denen Hamburgs Bevölkerungszahl gerade mal um zwei Prozent zugenommen hat.
Hier ist genug Platz für Alle da:
In Ottensen leben 33 000 Menschen auf 2,7 km², in Wilhelmsburg haben 50 000 auf 36 km² Platz. Hier war immer Platz für Menschen aus aller Herren Länder, hier ist Platz für Studenten, für die ein Sonderprogramm zum Wohnen auf der Insel aufgelegt wurde, ebenso wie für Künstler, die ja gerade von der IBA für die Elbinsel angeworben werden, für Familien mit Kindern, für Leute von nördlich der Elbe, die Lust auf innovative Wohnprojekte haben. Und natürlich auch Platz für Menschen, die gerne - oder auch notgedrungen - in Bauwagen leben – warum sollten die nur in Ottensen willkommen sein?
Die Handelskammer Hamburg wollte 50 000 zusätzliche Menschen auf die Elbinsel ziehen lassen. Das ist unrealistisch und zerstört die Natur und die Gestalt Wilhelmsburgs, aber Platz für Wohnen und Wohnungsbau ist auf der Insel allemal und könnte einen wichtigen Beitrag zur Entspannung auch auf dem Hamburger Wohnungsmarkt leisten. Dabei haben wir vor allem jene Flächen im Auge, wo unverständlicherweise in attraktivsten und zentralen, verkehrsgünstigen Lagen weiterhin und zunehmend Container gestapelt werden.
Da muss es auch möglich sein, geeignete Flächen für 15 oder 30 Menschen zu finden, die in Bau- und Zirkuswagen wohnen wollen. Infrage kommen dabei beispielsweise Plätze, die nur deshalb nicht genutzt werden konnten, weil man sie seit 30 Jahren für die nun auch von der Stadt aufgegebene nördliche Trasse der Hafenquerspange vorsah. Stattdessen sollte hier Wohnen möglich sein! Eine Zwischennutzung durch Bauwagenstellplätze könnte an dieser Stelle Impulse in die richtige Richtung geben.
Die IBA baut Open Houses, Smart Material Houses, Smart Price Houses und Hybrid Houses, gerne wird auf den Spreehafen mit seinen Wasserhausbooten gezeigt – warum sollte hier nicht auch Raum sein für ein alternatives Wohnprojekt? Zumal wenn wie hier low price, smart
material und Ressourcenschonung (die Wagen verfügen über Solaranlagen) in idealer Weise den IBA-Exzellenzkriterien entsprechen. Gerade in diesen Wochen könnte von Wilhelmsburg die frohe Botschaft ausgehen: Hier ist genug Platz für Alle da und gute Nachbarschaft und friedliche Lösungen sind möglich in dieser Stadt!
Wir schlagen vor:
Es wird eine Arbeitsgruppe gebildet aus VertreterInnen der Leitungsebene der BSU, der IBA, des Regionalausschusses, der Bezirksverwaltung und
von BewohnerInnen. Gemeinsam mit den ZOMIA-Bauwagen-BewohnerInnen wird nach geeigneten Plätzen gesucht.
Der Verein Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg ist bereit, daran mitzuwirken.
Verantwortlich:
Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg e.V.
www.zukunft-elbinsel.de
Rückfragen:
info@zukunft-elbinsel.de
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Donnerstag, 25. November 2010, 20 Uhr // Montag, 06. Dezember 2010, 20 Uhr // Donnerstag, 16. Dezember 2010, 20 Uhr // Samstag, 19. Februar 2011, 11 – 22 Uhr
„Wir gestalten die Stadt, in der wir leben wollen – aber wie?“
Mit der Besetzung des Gängeviertels ist ein unverhoffter Möglichkeitsraum mitten in Hamburg entstanden. Die Initiative „Komm in die Gänge“ und tausende HamburgerInnen haben die Stadt zum Rückkauf des historischen Viertels bewogen. Die zwölf Häuser sind ein Versuch, selbstorganisierte künstlerische Praxis mit der Kritik an sozialer Ungleichheit in der Stadt zu verknüpfen. Die derzeitige Stadtregierung hat diesen Versuch zunächst akzeptiert. Seit Monaten verhandelt diese nun mit der Initiative über die zukünftige Entwicklung. Die Initiative möchte das Gängeviertel als kulturellen und politischen Ort erhalten. Das Gängeviertel muss ein öffentlicher Ort werden, an dem soziale und stadtgesellschaftliche Aufgaben verhandelt und angegangen werden.
Es ist geplant, dass große Teile des Viertels als soziokulturelle Flächen von vielen HamburgerInnen genutzt werden und sozialverträglicher Wohn- und Arbeitsraum entsteht. Doch diese Zukunft des Gängeviertels ist noch lange nicht gesichert. Das Recht auf Stadt muss hier, wie an vielen anderen Orten, von handlungswilligen Menschen Tag für Tag aktiv gestaltet und gegen viele Interessen durchgesetzt werden, die einer gerechteren urbanen Zukunft entgegenstehen.
Die Weiterführung der Diskussionsreihe im Gängeviertel fragt nach Handlungsoptionen, Beweggründen und Zielsetzungen dieser Menschen. Wie können Freiräume erhalten und der profitmaximierten Verwertung durch den Immobilienmarkt entzogen werden? Sind die zumeist prekären Arbeitsverhältnisse so genannter „Kreativer“ eine Chance für den gesellschaftlichen Wandel oder Zwang zur Selbstausbeutung im Sinne neoliberaler Wirtschaftspolitik? Welche Möglichkeiten gibt es, erfolgreichen Widerstand zu praktizieren ohne letztendlich vom „Unternehmen Stadt“ instrumentalisiert zu werden? Menschen aus Hamburg und weiteren europäischen Großstädten berichten von Ihren Erfahrungen und Beobachtungen. Und alle sind herzlich eingeladen mit zu diskutieren.
Nicht weit entfernt vom Gängeviertel ist das wohl älteste soziale Zentrum Hamburgs, die Rote Flora, noch immer besetzt und noch immer bedroht. Vor dem Hintergrund der beiden Projekte wird darüber diskutiert, was „Autonomie“ in der wachsenden Stadt bedeutet? Wie kann sie verteidigt werden und auf welchen Wegen kann sie verloren gehen? Und welche Erfahrungen gibt es mit diesen Fragen in Kopenhagen, wo die Ungdomshus-Bewegung 2006/2007 die Stadtpolitik ebenso herausgefordert hat wie aktuell die Konflikte um ein „Recht auf Stadt“ in Hamburg. Es diskutieren eine Sprecherin der Roten Flora, Hannah Kowalski (Gängeviertel) und Ask Katzeff von der Forschungsgruppe openhagen, Kopenhagen.
Affirmative oder auch „immaterielle“ Arbeit wird in der Debatte der kritischen Sozialwissenschaft aktuell häufig als neue dominante Figur begriffen. Auch die Bedeutung der so genannten „kreativen Klasse“ wird hieraus abgeleitet. Peter Birke (Sozial.Geschichte Online, Hamburg) diskutiert mit dem Autor des Buches „Körper der Multitude“ Robert Foltin (Grundrisse, Zeitschrift für linke Theorie & Debatte, Wien), ob und wie sich diese Thesen auf soziale Kämpfe in der Stadt beziehen lassen.
Im Workshop sollen Möglichkeiten kreativer, eingreifender Praktiken für das „Recht auf Stadt“ erörtert werden. Wie können konventionelle Protestformen durchbrochen werden, um den Raum zwischen Kunst und Aktionismus subversiv zu nutzen? John Jordan vom Londoner Kollektiv Lab of ii ist Mitbegründer des Kollektivs „Reclaim the Streets“ (1995–2000), der „Clandestine Rebel Clown Army“ sowie Mitherausgeber des Buches „Wir sind überall. Weltweit. Unwiderstehlich. Antikapitalistisch.“
Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation der Initiative Komm in die Gänge mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Hamburg, im Rahmen des Projekts „Prekarisierung und kollektive Organisierung“ beim Institut für Gesellschaftsanalyse der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Berlin.